Chisinau – Hauptstadt der Republik Moldau


Insgesamt verbringen wir drei Nächte in Chisinau, der Hauptstadt der Republik Moldau. Gebucht haben wir über booking.com ein zentral gelegenes Hotel, das Mon Ami Villa. Da die Übernachtungspreise in Moldawien tatsächlich sehr günstig sind, gönnen wir uns hier die Deluxe Suite. Nach kurzer Busfahrt im Trolleybus vom Bahnhof aus und kurzem Fußmarsch kommen wir Freitag morgens bereits im Hotel an. Natürlich viel zu früh zum Check-In. Das freundliche Rezeptionspersonal (spricht einwandfrei Englisch) bietet uns allerdings an, auf unser Gepäck aufzupassen. Bereits ab 11:00 Uhr dürfen wir dann auf unser Zimmer. Vorab empfiehlt man uns zum Frühstück allerdings noch ein Café in der Nähe. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und sind schon auf dem Weg – unsere Mägen knurren tatsächlich nach der Zugreise mit wenig Schlaf. Wir sind schnell da und finden uns in einem top modernen Café wieder – dem Tucano Coffee. Es gibt Frühstück sowie Kuchen, wir freuen uns riesig über das große vegetarische und vegane Angebot. Da haben wir mehr Schwierigkeiten in Osteuropa erwartet. Aber auch hier ist die Zeit nicht stehengeblieben.

Frühstück im Tucano Coffee

Grundsätzlich ist das Leben für einen Westeuropäer in der Republik Moldau sehr günstig, zumindest was die öffentlichen Verkehrsmittel und die „normalen“ Lebenserhaltungskosten angeht. Auch wenn es nicht mehr so günstig ist wie vor einigen Jahren, so kostet im Café ein großer Cappuccino ungefähr umgerechnet 1 Euro. Gut gestärkt geht es wieder zurück zum Hotel und wir fallen augenblicklich in den Tiefschlaf. Das Bett ist einfach zu gemütlich. Da bestand gar keine Möglichkeit, die Badewanne mit Whirlpoolfunktion zu nutzen.

Abends suchen wir nach einem kurzen Bummel durch die Innenstadt eine Gelegenheit, etwas zu Essen. Nachdem uns von Einheimischen bereits die Fastfood-Kette Andy’s empfohlen wurde, versuchen wir unser Glück aber erstmal in einem traditionellen Restaurant, dem Vatra Neamului. Was wir hier erleben ist äußerst ärgerlich. Wir werden nach dem Servieren der Getränke (natürlich wurde uns der teuerste Wein angedreht) komplett ignoriert. Auch auf mehrere Nachfragen gibt es keinen weiteren Service. Ob man hier Angst vor uns hat oder was sonst los ist – wir werden es wohl niemals erfahren. So landen wir dann doch bei der hoch angepriesenen FastFood Kette Andy’s. Und es gibt Pizza, die man sogar tatsächlich ganz gut essen kann.

Auf dem Rückweg zum Hotel fällt uns erneut auf, wie sauber und gepflegt die Innenstadt Chisinaus ist. Als Touristen fühlen wir uns sehr sicher und gut aufgehoben. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit.

Mittlerweile ist es Samstag Vormittag – und heute steht unser wohl abendteuerlichster und spannendster Tag der Reise an. Es geht in den abtrünnigen Landesteil, die Pridnestrowische Moldauische Republik – auch bekannt als Transnistrien. Den spannenden Reisebericht zu Transnistrien findest du hier: https://immeranbord.com/?p=568

Nach einem äußerst spannenden Tag in Transnistrien haben wir am heutigen Sonntag noch genügen Zeit, Chisinau genauer zu erkunden bevor es morgen dann zum Flughafen gehen wird. Von dort aus werden wir nach Moskau fliegen. Aber dazu später mehr. Heute starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel in Richtung Markt, dem Piata Centrala. Der Markt ist zentral in der Stadt unmittelbar am Busbahnhof gelegen. Den Weg dorthin kennen wir schon vom gestrigen Ausflug nach Tiraspol. Der Weg führt uns am Militärmuseum Chisinaus vorbei. Auch wenn wir das Museum nicht besuchen – die Exponate vor dem Eingang sind schon imposant.

Vor dem Militärmuseum in Chisinau

Endlich sind wir angekommen im Gewühl des Zentralmarktes von Chisinau. Hier erleben wir Osteuropa pur. Wie eh und je. Einfach herrlich diese Atmosphäre aus Händlern, Imbissständen und Marktbesuchern. Die Moldawische Bevölkerung verdient im europäischen Durchschnitt am wenigsten. Deshalb können sich die meisten Einwohner Supermärkte und Geschäfte zum Einkaufen gar nicht leisten. Dafür ist der Markt da – hier kauft die Bevölkerung Chisinaus ein. Es macht einfach Spass die Angebote zu entdecken und die Menschen beim Einkauf zu beobachten. Kleiner Tipp: Solltest du mal einen deiner Schlüssel eines Schließsystems verlieren, empfehle ich dir die kurzfristige Reise auf den Markt Chisinaus. An verschiedenen Ständen bekommst du garantiert den Schlüssel eines ausgefeilten Sicherheitsschliesssystems günstig reproduziert :).

Nach dem Marktbesuch schlendern wir durch die Straßen der Innenstadt, vorbei an der Oper, dem Nationaltheater, dem Parlamentsgebäude und dem Triumphbogen. Mit dem Bus geht es zum Zirkus, einem mittlerweile stillgelegten, aber immer noch sehenswerten Gebäude. Zurück in der Innenstadt erleben wir, was den Geist einer orthodoxen Gemeinde ausmacht. Mitten auf dem Platz vor dem Triumphbogen spricht uns ein Mann mit gebrochenem Englisch an. Er erklärt uns, er sei hier der orthodoxe Priester und sonntags verschenkt die Gemeinde Tee an alle Vorbeikommenden. Wir tauschen uns kurz über unsere Reise aus, erfahren etwas über Moldawien und trinken herrlich warmen Tee. Nach dem Abendessen im Restaurant Propaganda Café (sehr zu empfehlen!) sind wir froh, dass wir wieder im Hotel ankommen und uns ausruhen können.

Es sei noch erwähnt, dass wir während unseres Stadtbummels vermutlich Europas einzige Fast-Food-Döner-Falafel a la Mc Donald Kette besuchen. Dass es so etwas hier gibt:) Man konnte den Mampf essen, eine Erfahrung war es wert

Nach einem gemütlichen Abend in unserer Suite ist es mittlerweile Montag Morgen geworden. Wir packen unser Zeugs zusammen, machen uns startklar. Heute geht es nach Moskau. Eigentlich wollten wir mit dem Zug weiter nach Russland, allerdings war der Flug günstiger und vor allem hätte uns die weite und lange Reise mehr als einen Tag der eh schon knapp bemessenen Zeit in Moskau gekostet. Also, die Zugfahrt dann ein andermal. Nach dem unkomplizierten Check-Out im Hotel geht es den kurzen Weg zum Trolleybus. Dieser kommt pünktlich nach Fahrplan und bringt uns direkt zum Flughafen. Die Fahrt im O-Bus beschert uns abermals viele Eindrücke. Nicht nur die Konversation zwischen mitfahrender Busschaffnerin und den Fahrgästen ist spannend, sondern auch die durchfahrenen Vororte geben uns nochmal einen Einblick in das Leben Moldawiens. Spannend wird es, als der Busfahrer an einer Haltestelle einfach den Bus verlässt und fortgeht. Aber die Sorge ist vollkommen unbegründet. Er hat nur am nahegelegenen Kiosk ein Sandwich gekauft. Kurz vor dem Flughafen am Ende der Ausläufer Chisinaus endet das Oberleitungssystem der Busse. Der Stromabnehmer wird manuell vom Fahrer gesenkt und gesichert, und der Bus surrt mit seinen mittlerweile aufgeladenen Akkus weiter zum Flughafen. Was es nicht alles gibt. Nach insgesamt ca. 45 minütiger Fahrzeit kommen wir am beschaulichen, aber modernen Terminal des internationalen Flughafens von Chisinau an. Ohne Wartezeit können wir am Schalter von Air Moldova einchecken und unser Gepäck abgeben. Nach einem Kaffee und einem Stück Kuchen passieren wir die Pass- und Zollkontrolle und werden mit dem Bus zu unserem A 320 von Air Moldova gefahren, welcher uns innerhalb von 1h45min Flugzeit sicher ins verschneite Moskau bringt.

Unser Fazit: Chisinau ist wirklich eine Reise wert. Wer mal eine attraktive Stadt mit kleinem Zentrum und vielen neuen Eindrücken besuchen möchte, der ist hier genau richtig. Allerdings darf man auch nicht zu viel erwarten. Es ist keine Millionenmetropole und eignet sich eher für gemütliche Spaziergänge für zwei Tage Aufenthalt – mehr ist, sofern man sich auf die Stadt Chisinau beschränkt, nicht notwendig. Unserer Meinung nach zumindest.

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